22.06.11 – Gegen die Innenministerkonferenz in Frankfurt!


Bundesweite Demo am 22. Juni gegen die Innenministerkonferenz in Frankfurt

Am 22. Juni findet in Frankfurt am Main die Innenministerkonferenz (IMK) 2011 statt, an der die Innenminister aller Bundesländer teilnehmen. Dagegen rufen wir zu massiven Protesten auf. Denn die IMK ist eine der zentralen Institutionen, die heute die Kriminalisierung sozialer Konflikte vorantreibt und öffentlich legitimiert.
Mit der Einschränkung des Versammlungsrechts, „Loyalitätstests“ für EinwanderInnen, der Ausweitung der Befugnisse von Polizei und Verfassungsschutz wie z.B. der Vorratsdatenspeicherung, der brutalen Abschottung Europas gegen MigrantInnen, der Propagierung der Extremismustheorie, usw. wird von staatlicher Seite aktuell auf sozialen Konflikte reagiert. Die mediale Kampagnen zu „Kriminalität“ und „innerer Sicherheit“ wollen uns glauben machen, dass die Aufrüstung des Staatsapparats nach Innen und Außen in unser aller Interesse ist. In Wirklichkeit dient sie dazu, die kapitalistische Verwertungslogik und die fortschreitende Ökonomisierung aller Lebensbereiche abzusichern und den Widerstand gegen dagegen zu kontrollieren. Alle Bereiche der Gesellschaft sollen dem Ziel der nationalen Standortkonkurrenz im globalen Wettbewerb untergeordnet werden.
Das zeigt sich auch deutlich in der aktuellen Integrationsdebatte: Menschen werden nach rassistischen und sozialdarwinistischen Kriterien entsprechend ihrer Herkunft und anhand ihrer ökonomischen Verwertbarkeit sortiert. Wer nicht verwertbar ist oder sein will, wird ins Elend abgeschoben oder gar nicht erst nach Europa herein gelassen. Gesellschaftliche Teilhabe, globale Bewegungsfreiheit und demokratische Mitbestimmung gelten hier nicht als unveräußerliche soziale Rechte, sondern als großzügige Zugeständnisse, die mensch nur um den Preis erhalten soll, dass er/sie sich immer wieder als ökonomisch verwertbar und politisch loyal beweist. Rechtspopulisten wie Thilo Sarrazin greifen bloß verbal auf, was schon längst politische Praxis in Deutschland ist.

Doch es regt sich Widerstand. In vielen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens kommt es immer öfter zu Konflikten. Von Abschiebung Bedrohte, Azubis, SchülerInnen, Studierende, Erwerbslose, Lohnabhängige und MigrantInnen entziehen sich europaweit dem staatlichen Anspruch einer autoritären Zurichtung der Bevölkerung. Sie umgehen unter Lebensgefahr die Grenzkontrollen von FRONTEX und Co. aus, sie verweigern sich den brutalen Kürzungspaketen für den Standort Europa, sie boykottieren in zivilgesellschaftlichen Initiativen den Bekenntniszwang des Verfassungsschutzes und sie tricksen die staatlichen Überwachungstechniken aus – im virtuellen Raum oder auch im Real Life, in den Arbeitsagenturen und Universitäten. All diese verschiedenen Proteste und Widerstandsformen verweisen dabei auf die Möglichkeit einer gemeinsamen Forderung: Die gesellschaftlichen Verhältnisse haben sich nach den Bedürfnissen der Menschen zu richten, nicht nach den Kriterien von wirtschaftlichem Profit und staatlicher Macht. Stattdessen soll die Organisierung der Gesellschaft von den Menschen selbst bestimmt sein.

Um wirklich etwas zu verändern, müssen wir genau dies als gemeinsames Ziel formulieren und erkämpfen. Wir wollen daher die IMK in Frankfurt zum Kristallisationspunkt eines grenzüberschreitenden Widerstands gegen soziale Ausgrenzung, ökonomische Verwertung und staatliche Disziplinierung machen. Statt einer weiteren Kriminalisierung sozialer Konflikte wollen wir eine solidarische Einrichtung der Gesellschaft, anstelle der Ökonomisierung unseres Lebens wollen wir eine Demokratisierung aller Lebensbereiche. Wenn diese bescheidenen Bedürfnisse die „innere Sicherheit“ des Standorts Deutschland stören, dann stören wir gerne.

Wir kommen um zu stören – IMK auflösen!
http://imkaufloesen.blogsport.de/

Dienstag, 26.10.2010: „Heraus gegen den hessischen Unternehmertag“ in Wiesbaden

Kurzaufruf des sozialrevolutionären und antinationalen Krisenbündnisses:

Heraus gegen den hessischen Unternehmertag

Diesen Herbst will die Bundesregierung die Kosten für die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Deutschland in der Krise des Kapitalismus mit einem weiteren Kürzungspaket auf dem Rücken von Lohnabhängigen und Erwerbslosen abladen. Währenddessen findet in der Kurstadt Wiesbaden ein bemerkenswerter Event statt. Am Dienstag, den 26. Oktober, lädt der Verband hessischer Unternehmer (VhU) hier zu seinem jährlichen „Unternehmertag“. Erwartet werden über 1200 UnternehmerInnen und PolitikerInnen, die unter dem Motto „Mit Energie in Deutschlands Zukunft“ nicht nur „Gute-Laune-Jazz“, sondern auch Reden verschiedener „wirtschaftlicher und politischer Experten“ hören wollen. Geboten werden wieder einmal Vorschläge wie Hartz IV und staatlicher Arbeitszwang „effektiver“ organisiert und die nationale Komplizenschaft mit dem „Exportweltmeister Deutschland“ in der Standortkonkurrenz gegen den Rest der Welt enger geschnürt werden kann. Doch damit nicht genug: Höhepunkt des Abends wird auch dieses Jahr die Krönung der „Hessenchampions“, d.h. der Firmen, die trotz oder gerade wegen der Wirtschaftskrise ihre Weltmarktanteile ausbauen konnten. Egal ob Studiengebühren und autoritäre Hochschulpolitik, Flughafenausbau und Atomenergie, Hartz IV und Leiharbeit, kapitalistische Stadtentwicklung und Gentrifizierung oder auch die rassistische Selektion in „nützliche und unnütze MigrantInnen“: Der Verband hessischer Unternehmer ist mit seiner Presse- und Öffentlichkeitsarbeit stets an vorderster Front, wenn es darum geht die Interessen des Wirtschaftsstandortes gegen die Bedürfnisse der meisten Menschen durchzusetzen. Und der VhU ist damit erfolgreich.
Das nationale Kapital, sein Staat und dessen Fans haben also Grund zu feiern – da wollen wir nicht fehlen.

Gegen Lohnarbeit, Leistungsterror und Standortkonkurrenz – Die Krise heißt Kapitalismus!

Dienstag, den 26. Oktober 2010

19 Uhr Hbf Wiesbaden

Den kompletten Aufruf, sowie weitere Infos, findet Ihr hier:
http://krise.blogsport.de/

Mittwoch, 13.10.2010: Filmvorführung „Warum Israel?“ im Jugendtreff am Markt

Am kommenden Mittwoch wird der Film „Warum Israel?“ des französischen Regisseurs Claude Lanzmann, um 18 Uhr im Jugendtreff am Markt in Idar-Oberstein vorgeführt.
Auszug aus dem Flyer der VeranstalterInnen:

„Der franz. Regisseur und Antifaschist Claude Lanzmann versucht mit filmischen Mitteln zu ergründen, was es bedeutet, in einem jüdischen Staat zu leben, der vor allem ein sicherer Hafen für verfolgte und überlebende der Shoah war und noch heute eine Zufluchtsstätte vor dem weltweit grassierenden Antisemitismus ist.“

Aufsehen erregte der Film, als im Herbst vergangenen Jahres überwiegend MitgliederInnen der antiimperialistisch linksradikalen Gruppe „Internationales Zentrum B5″ die Filmvorführung der Gruppe „Kritikmaximierung“ in Hamburg gewaltsam verhindern wollten. Dies ist nur ein Beispiel dafür, dass Antisemitismus und Antizionismus kein reines Phänomen aus dem rechtsradikalen Spektrum sind, sondern antisemitische und antizionistische Ressentiments auch bis weit in die sogenannte bürgerliche Mitte bis hin zum linksradikalen Spektrum einen Platz finden.

Beginnen wird der Abend mit einer kleinen Einführung in die Thematik.
Veranstaltet wird das Ganze vom Stadtjugendamt Idar-Oberstein, in Kooperation mit dem Landesfilmdienst.

Beginn: 18 Uhr
Eintritt: 3 Euro

Schaut vorbei!

Alzey, 11.September – Nazis stoppen!

Aufruf der „Autonomen Antifa Alzey“:

Bis jetzt unbeachtet von der Stadtverwaltung und der Presse wollen Neonazis aus dem Umfeld der „Initiative Südwest“ am 11. September 2010 in Alzey eine Demonstration durchführen. Diese soll unter dem Motto „Ausländerkriminalität, staatliche Repression und Polizeiwillkür“ abgehalten werden und wäre bereits die 3 Rahmenhandlung in diesem Jahr, in der sich größere Gruppen von Faschist_Innen legitim in Alzey bewegen können und zu welcher auch noch überregional mobilisiert wird. Sie wäre der Gipfel einer Entwicklung, durch die Nazis in Rheinhessen und Umgebung in den letzten Jahren immer stärker Fuß gefasst haben und die erst mit dem Verhalten der Stadt, neonazistische Strukturen auszublenden oder zu tolerieren, eingesetzt hat.

*Inhaltliche Kritik
Im Aufruf zu der Demonstration finden die Nazis eine ganz eigene Definition zum Begriff „staatliche Repression“. Dort heisst es wörtlich: „Staatliche Repression ist, wenn man einer anderen ideologisch-politischen Meinung ist, wie es sich die Politiker in diesem Land vorstellen“ (1). Alleine ein Meinungsunterschied zu einer herrschenden Schicht macht allerdings nun noch keine Repression aus. Diese ist laut Duden allgemeinhin definiert als „Unterdrückung, Hemmung, Zurückdrängung“, kann im politischen Kontext aber auch als gezielt herbeigeführte, durch Gewalt und Willkür geprägte und leidvolle Erfahrung, die einer Gesellschaft oder Menschengruppe zugefügt wird, verstanden werden. Ein paar Jugendliche, die nicht ins Weltbild der „Initiative Südwest“ passen und dadurch in eine der vielen Kneipenschlägereien geraten, in die Nazis in Alzey so oft verwickelt sind, haben also eher eine Erfahrung mit Repression gemacht als die Aufrufenden zu dieser Demo. Dazu passt, dass mit der Organisation derselben augenscheinlich Florian Grabowski (NPD Alzey-Worms, Eckelsheim) und Heiko Frecht (Framersheim) betraut sind, schlicht und ergreifend nur deshalb, weil diese beiden die Einzigen Nazis aus Alzey ohne Vorstrafe sein dürften – das Thema „Ausländerkriminalität“ sei ruhig mal hinten an gestellt. Ob die Aufmerksamkeit, welche die Polizei den Neonazis angesichts deren Aktivitäten seit dem letzten Jahr – neben Bagatelldelikten unter anderem mehrere Brandanschläge und Überfälle mit teilweise mehreren dutzend Nazis – zukommen lässt, wirklich angemessen ist, ist ebenfalls sehr fraglich.

*Kritik an der Öffentlichkeit
Eine so starke rechte Szene ist ohne Hintergrund der Aktzeptanz in der bürgerlichen Welt natürlich undenkbar – schließlich ist es kein Zufall, dass sich entsprechende Strukturen nur hier ausgebildet haben und in benachbarten Landkreisen so nicht zu finden sind. Wir sehen unter anderem an verschiedenen Stellen ein Versagen der Behörden. Sei es, das Naziaktivitäten, wie bereits 2 Mal in diesem Jahr geschehen, im Vorfeld einfach verschwiegen werden, dass das Auge der Öffentlichkeit mehr auf feiernden Jugendlichen im Schlosspark als auf randalierenden Nazischlägern ruhen soll oder das die Polizei gegenüber Rechts einfach blind ist – die Liste ist lang und das gesellschaftliche Klima, solche Vorfälle nicht unwidersprochen hinzunehmen und sich den Aufmärschen entgegenzustellen, wurde dadurch zerstört. Wir sind der Meinung, dass Alzey mit seinem Problem mit Rechtsradikalen nicht so dastehen würde, wenn einige der Verantwortlichen an diesen und anderen Punkten anders gehandelt hätten. Beispiele für couragiertes Handeln gegen Nazis gibt es aus anderen Gemeinden genug, selbst wenn ein Aufmarsch oder eine Veranstaltung nicht verhindert werden kann, wird Ihnen so doch das Leben schwerer gemacht und wo Nazis merken, dass sie nicht willkommen sind, bleiben sie auch nicht lange. Stattdessen soll ein weiterer Aufmarsch rechter Gewalttäter durchgewunken werden, von dem die Menschen am besten erst aus der Zeitung erfahren, wenn er vorbei ist – den Zusammenhang zwischen der braunen Seuche und dem Boden, auf dem sie gedeiht, will niemand sehen.

*Was wir tun können
Wir dagegen haben eine andere Vorstellung vom Ablauf dieses Tages. Unabhängig von uns hat sich ein Bündniss aus Parteien, Initiativen und Einzelpersonen gebildet, die unter dem Motto „Alzey gegen rechts – wir stellen uns quer“ mobilisieren. Möglichkeiten, den Aufmarsch der Nazis ein klein wenig Erfolgloser zu machen, gibt es viele. Für uns ist jede Stellungnahme gegen Nazis ein Zeichen, dass es in der Region wieder aufwärts geht, dass die Handlungen der Verantwortlichen und Rechten nicht auf dem Willen der gesamten Bevölkerung fußen – ein gutes Beispiel zum Folgen wäre z.B. die Demonstration in Mainz am 1.Mai 2009. Wir halten euch diesbezüglich selbstverständlich weiter auf dem laufenden.

Lasst uns deswegen zusammen Handeln!

Weitere Infos

Stay tuned!

Wochenendseminar in Idar-Oberstein!

Am Wochenende vom 23.07. bis zum 25.07. wird in Idar-Oberstein ein Wochenendseminar der Jungdemokrat_innen / Junge Linke Rheinland-Pfalz stattfinden.
Thema des Seminars: It‘s Time for Another Revolution? – Revolution und ihre Theorie

Über Revolutionen lässt sich immer erst rückblickend sinnvoll urteilen. Wie, wenn nicht durch den Blick in die Geschichte, können wir verstehen, was den Charakter von Revolutionen ausmacht und wieso sie nicht erfolgreich waren? Hatten sie denn vielleicht gar nicht gelingen können oder waren es konkrete Fehler, die zu ihrem Scheitern führten? Im Rahmen des Wochenendseminars wollen wir uns nicht nur mit der Geschichte der (kommunistischen) Revolutionen – mit Schwerpunkt auf ihren Widersprüchen und Verirrungen – sondern auch mit der Einführung in die Situationistische Revolutionstheorie und letztlich mit Kritik und Zukunft von Revolutionen als kommunistische Praxis beschäftigen.

Weitere Infos unter: http://jd-jl-rlp.de/events/details/42-revolution10.html

Neonazi im Kreis Birkenfeld

Der Neonazi Christian Lochner (24), wohnhaft in Fischbach, ist schon öfter durch Gewaltandrohung und Gewaltanwendung im Kreis Idar-Oberstein auffällig geworden. So drohte er auch bereits Antifaschist_innen und „anders Gesinnten“ – nicht selten im betrunkenen Zustand – mit Gewalt. „Scheiß Antifa“, so schaffte er noch einen Satz zu bilden, „du bist der Nächste!“. Auch nahm er an der nicht einmal ein Dutzend zählenden „Mahnwache“ der „NPD-Naheland“ vor dem Idar-Obersteiner Stadttheater teil. Gerade weil diese „Mahnwache“ so erbärmlich klein geraten ist, ist sein Auftauchen umso markanter. Von dieser Person gibt es keinerlei Bedenken mehr, dass sie der rheinland-pfälzischen Neonazi-Szene zuzordnen ist – so beschränkt sie sich auch in ihren erfahrbaren Erscheinungen auch zunächst darstellen mag, so führt sie doch Waffen mit sich und besitzt solche.
Die Antifa Idar-Oberstein warnt vor dem Neonazi Christian Lochner ausdrücklich und weist mit diesem Artikel auf das von ihm ausgehende Gewalt- und Aggressionspotenzial hin.

Bilder:


Rechts mit Sonnenbrille zu sehen.

29.Mai-Naziaufmarsch in Homburg verhindern!

Am 29.​05 wol­len Nazis aus dem Um­feld des ‚Na­tio­na­len Wi­der­stand Zwei­brü­cken‘ in Hom­burg auf­mar­schie­ren.
An­ge­lehnt an die De­mons­tra­ti­on aus bür­ger­li­chem Um­feld in Zwei­brü­cken, bei der zu­sam­men mit Ver­ei­nen, Kir­chen und Bun­des­wehr für ‚De­mo­kra­tie und Frei­heit‘ de­mons­triert wer­den soll, wol­len die Nazis ihre ganz ei­ge­ne In­ter­pre­ta­ti­on von De­mo­kra­tie und Mei­nungs­frei­heit ar­ti­ku­lie­ren. Wenn Nazis von Mei­nungs­frei­heit reden, dann mei­nen sie damit die Re­la­ti­vie­rung und Leug­nung na­tio­nal­so­zia­lis­ti­scher Ver­bre­chen, die Le­gi­ti­mie­rung ras­sis­ti­scher Er­klä­rungs­mus­ter von so­zia­len Pro­ble­men und die Kon­struk­ti­on an­ti­se­mi­ti­scher Ver­schwö­rungs­theo­ri­en. Fa­schis­mus ist je­doch nicht ein­fach eine ‚Mei­nung‘, son­dern das schlimms­te Men­scheits­ver­bre­chen aus dem sich für jede und jeden die Pflicht zum Wi­der­stand gegen alte und neue Nazis er­gibt.
Für uns bie­tet je­doch auch der ‚Runde Tisch gegen Ge­walt‘ kein pas­sen­des Al­ter­na­tiv­pro­gramm. Das staat­lich an­ge­ord­ne­te Ab­fei­ern des Stand­ort Deutsch­lands und das hal­lu­zi­nie­ren einer fal­schen Frei­heit kann für eman­zi­pa­to­ri­sche Men­schen keine Adres­se sein. Wer ernst­haft das, wofür die BRD steht, näm­lich Ab­schie­bung von tau­sen­den Flücht­lin­gen, Re­pres­si­on gegen An­ti­fa­schis­t_in­nen, mör­de­ri­sche Kriegs­po­li­tik etc, mit Frei­heit ver­wech­selt, kann nur Adres­sat un­se­rer Kri­tik sein. Wir wer­den uns aus­ser­dem nicht auf das neue Spiel mit der Ex­tre­mis­mus­for­mel ein­las­sen. Wer ver­sucht le­gi­ti­men, an­ti­fa­schis­ti­schen Pro­test mit rechts­ra­di­ka­lem Wahn­sinn gleich­zu­set­zen hat aus der Ge­schich­te nichts ge­lernt. An­ti­fa­schis­mus ist nicht ‚ex­trem‘ son­dern höchs­tens ex­trem wich­tig!

Wir rufen dazu auf sich dem Na­zi­auf­marsch in Hom­burg in den Weg zu stel­len!
Kommt alle zur Kund­ge­bung! 9:00 Uhr – Chris­ti­an Weber Platz – Hom­burg/Saar
Kein Na­zi­auf­marsch – nir­gend­wo! Für eine star­ke ra­di­ka­le Linke!

- Antifa Zweibrücken

NPD Mahnwache am Stadttheater Idar-Oberstein (2.5.2010) – Ein Bericht

Unter dem Motto „Konstantin geh uns nicht auf dem Wecker“ hielt die NPD-Naheland am 2.5.2010 eine Mahnwache am Idar-Obersteiner Stadttheater ab. Die NPD hielt diese Mahnwache gegen den Liedermacher Konstantin Wecker ab, in welchem sie aufgrund seiner linkspolitischen Einstellung und seines in der Vergangenheit liegenden Drogenkonsums eine „Verunreinigung ihrer Heimat“ sehen.

Da die NPD-Naheland bis zuletzt keine offizielle Ankündigung der Mahnwache auf ihrer Internetseite hatte, sondern lediglich ein Text gegen Konstantin Wecker auf dieser vertreten war, war es fraglich, ob die NPD letztendlich in Idar-Oberstein in Erscheinung treten wird. Bis auf das vereinzelte Verkleben von Aufklebern der NPD und der DVU in den Stadteilen Idar, Oberstein und Weierbach, war es lange still um rechte Parteien und deren Aktivitäten in Idar-Oberstein. Lediglich aus der Internet-Plattform „Wer-kennt-Wen“ ging hervor, dass es angeblich eine Anmeldung der NPD am Stadttheater geben solle.
Aufgrund dieser Ungewissheit versammelten sich schon ab den frühen Mittagsstunden vereinzelte Antifaschisten_innen in der Obersteiner Innenstadt um zu überprüfen, ob es irgendwelche Anzeichen einer kommenden Mahnwache gibt. Doch so wurde schon beim ersten Rundgang durch die Obersteiner Fußgängerzone festgestellt, dass neue Nazi-Aufkleber verklebt und zudem auch Flyer der NPD gegen das am Abend stattfindendem Konstantin Wecker-Konzert verteilt wurden.
Gegen 17:00 versammelten sich nun Antifaschisten_innen am Stadttheater, welche durch die verteilten NPD-Flyer und der erhöhten Polizeipräsenz rund um das Stadttheater nun in der Sicherheit lagen, dass die NPD-Mahnwache stattfinden wird.
Eine Stunde später, um 18:00, trafen ein gelber Klein-Bus aus Pirmasens und 2 separate PKW am Stadttheater ein, aus welchen ca. 20 Neonazis ausstiegen.
Unter ihnen waren auch der aus Fischbach stammende Christian Lochner und der etwas später eintreffende „Kreisvorsitzende der NPD-Naheland“ Ingo Helge.
Krach und Parolen überschatteten die „Redebeiträge“ der NPD.
Der Protest wurde vor allem von Jugendlichen, die in der Nähe des Stadttheaters wohnen, positiv aufgenommen, sodass diese sich spontan dem Protest anschlossen. Die Situation blieb weitestgehend friedlich, was auch auf das passiv-tolerante Verhalten der Idar-Obersteiner Polizei zurückzuführen ist.
Die NPD versuchte bei den ab 18:30 ankommenden Konzertbesuchern Flyer zu verteilen, doch der Großteil der Konzertbesucher lehnte diese ab, während sie die Flyer der Antifa Idar-Oberstein (nachdem man sich vergewissert hat, dass es sich hierbei um Flyer GEGEN die Nazis handelt) neugierig angenommen haben.
Die Mahnwache und Gegenproteste dauerten noch ohne weitere nennenswerte Zwischenfälle bis zum Konzertanfang um 20:00 an, bis die NPD ihre Mahnwache aufgelöst hat.

Zeugt dieser erbärmliche Versuch ländlicher Neonazis in Idar-Oberstein Fuß zu fassen, so vermag er doch nicht über die idiotische Irrelevanz jener regionaler Neonazis hinwegzutäuschen. Weiterhin wünscht die Antifa Idar-Oberstein den erwähnten Gestalten eine proletarische Abreibung und alles Schlechte.

Venceremos!

Antifa Idar-Oberstein

Neo-Nazis der „NPD-Naheland“ gegen Konstantin Wecker

Von Geschichtsrevisionisten und Advokaten der Biomacht

Der Liedermacher Konstantin Wecker kommt am 2. Mai 2010 nach Idar-Oberstein und gibt ein Konzert im Stadttheater. Ingo Helge, „Kreisvorsitzender der NPD-Naheland“, äußerte sich dazu am 23. April auf der Webpräsenz der „NPD-Naheland“ im Artikel „Warum ein linksradikaler Drogenkonsument nicht ins Idar-Obersteiner Stadttheater gehört“.

Wecker wird vorgeworfen sich am Protest gegen einen „Gedenkmarsch“ von Neo-Nazis beteiligt zu haben, zudem ihm Kriminalität nahegelegt wird. So sollte nach Helge „unsere Heimat (?) sauber“ bleiben und Idar-Oberstein (?) könne „auf volksfeindliche Pseudomoralisten und drogenkonsumierende Gesetzesverbrecher wie Konstantin Wecker […] sehr gut verzichten“. Zusammengefasst lässt sich sagen: Neonazistischer Geschichtsrevisionismus des Opfer-Mythos, gegen den Wecker protestierte, sowie die übliche Ideologie von Volksgemeinschaft und „Volksgesundheit“.

Der Ideologie der Volksgemeinschaft liegt das Konstrukt von Volk und Nation zugrunde. Diese Art der Anfeindung gegenüber Drogenkonsument_innen hat ihre historischen Wurzeln im Nationalsozialismus. So wurden als „asozial“ klassifizierte Menschen im Rahmen brutaler Biopolitik in Zuchthäuser oder in Arbeits- und Konzentrationslager deportiert. Der (neo)nazistische Gesundheitswahn lässt sich so als Biomacht dechiffrieren: Es entstehen Kontrolltechnologien der Macht, die Fortpflanzung, Geburten- und Sterblichkeitsrate, Gesundheitsniveau, Lebensdauer und Langlebigkeit mit allen ihren Variablen zum Gegenstand haben. Das Ziel der Bio-Macht im Begriff des Philosophen Michel Foucault ist die Regulierung der Bevölkerung. Unter dem Vorzeichen nationalsozialistischer Ideologie drückt sich Biomacht als „Reinhaltung der deutschen Rasse“ aus.

Ingo Helge ist „Kreisvorsitzender der NPD-Naheland“, bewegt sich im Umkreis der „Nationalen Sozialisten Mainz-Bingen“, ist vermutlich für das regionale Netzwerk verantwortlich und steht damit technisch hinter den Internetseiten mehrerer Neo-Nazi-Gruppierungen aus der Region. Er beteiligte sich auch letztes Jahr am erfolgreich blockierten Neo-Nazi-Aufmarsch in Mainz zum 1. Mai.

Ingo Helge
(Bild: Ingo Helge)

Die Antifa Idar-Oberstein begrüßt ausdrücklich das antifaschistische Engagement von Konstantin Wecker und wünscht allen Konzertteilnehmer_innen eine reflektierte Unterhaltung mit dem Liedermacher. Störungen der Veranstaltung sind gegebenenfalls zu unterbinden. Weiterhin wünschen wir u.a. die Dekonstruktion von Volk und Nation, sowie eine proletarische Abreibung für die Pfeifen der NPD.

- Ein Infoservice der Antifa Idar-Oberstein



Referer der letzten 24 Stunden:
  1. antifateheran.blogsport.de (5)